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Tierschutz & Tierrechte
Aktualisiert: vor 1 Stunde 28 Minuten

Fleisch aus Zellkulturen: ein Überblick

Do, 28/09/2017 - 12:34
© Memphis Meats

Fleisch produzieren, ohne Tiere zu töten – das mag für viele nach ferner Zukunftsmusik klingen. Dank einiger Unternehmen und WissenschaftlerInnen ist diese Vision jedoch wahrscheinlich nicht mehr weit von der Realität entfernt.

Vor allem in den USA und Israel haben es sich Start-Ups zur Aufgabe gemacht, Fleisch aus Zellkulturen (»In-vitro-Fleisch«) in den kommenden Jahren massentauglich zu produzieren und in die Supermärkte zu bringen. Millionenschwere Investoren unterstützen sie dabei.

Das US-Unternehmen Memphis Meats etwa hat kürzlich Startkapital in Höhe von insgesamt 22 Millionen Dollar eingeworben – u. a. von den Milliardären Richard Branson und Bill Gates. Letzterer hatte bereits zuvor mit millionenschweren Investitionen in ähnliche Unternehmen auf die neu entstehende Branche aufmerksam gemacht.

Die Reaktion der  Fleischindustrie

Interessanterweise hat mit dem US-Konzern Cargill erstmals auch ein Vertreter der Lebensmittel- und Fleischindustrie in Fleisch aus Zellkulturen investiert. Memphis Meats gebe den Verbrauchern eine neuartige Möglichkeit, sich mit tierischen Proteinen zu versorgen und passe damit zu Cargills »Mission, die Welt sicher, verantwortlich und nachhaltig zu ernähren«, sagt Sonya McCullum Roberts, Präsidentin für Wagniskapital bei Cargill. Fleischproduzent Tyson und Lebensmittelhersteller General Mills haben offenbar ebenfalls realisiert, dass diese Technologie ein großes Potenzial hat: Beide sorgten kürzlich für Aufsehen. Sie investierten mehrere Millionen in das Unternehmen Beyond Meat, das Fleischalternativen aus Pflanzen herstellt.

China sichert sich Know-how

Nicht nur Konzerne aus der Lebensmittelbranche interessieren sich für die innovative Technologie – auch auf staatlicher Ebene sieht man darin große Chancen. So hat China sich kürzlich mit einem 300 Millionen Dollar schweren »Clean Tech«-Handelsabkommen die Option gesichert, Technologie für Zellkultur-Fleisch aus Israel zu importieren. Erst 2016 hatte die Volksrepublik neue Ernährungsrichtlinien vorgestellt, die den Fleischkonsum im Land  um die Hälfte reduzieren soll und so Gesundheit und Klima zugute kommt.

So wächst das Fleisch heran

Die Methoden zur Produktion von Zellkultur-Fleisch entsprechen im Grunde dem Züchten von Gewebe zu medizinischen Zwecken, wie es sich etwa bei Hauttransplantationen bewährt hat. Zellen aus einem lebenden Tier werden zunächst vermehrt. In großen Bioreaktoren nutzen die Zellen eine Nährlösung, etwa aus Zucker und Mineralien sowie Sauerstoff, und wachsen zu Muskeln, Fett und anderem Gewebe heran.

Der niederländische In-Vitro-Forscher Dr. Mark Post hat das erste Ergebnis dieser Technologie im Jahr 2013 präsentiert. Damals stellte er den ersten Hamburger aus Zellkulturen-Rindfleisch vor. Heute ist Post wissenschaftlicher Leiter der von ihm gegründeten Firma Mosa Meat, die es sich zum Ziel gesetzt hat, bezahlbares Fleisch aus Zellkulturen herzustellen.

Fleisch und Milch aus Pflanzen

Den Geschmack und die Textur von Fleisch mit Pflanzen imitieren, ohne dass ein Unterschied festzustellen ist – das ist das Ziel von Unternehmen wie Impossible Foods und Beyond Meat. Impossible Foods hat Investitionen in Höhe von 257 Millionen US-Dollar im Rücken, die u. a. von Bill Gates stammen. Das Unternehmen kündigte vor kurzem an, bald eine neue Produktionsanlage in Kalifornien zu eröffnen; die Kapazität wird dann von knapp vier Tonnen im Monat auf rund 450 Tonnen ansteigen. Aushängeschild von Impossible Foods ist der »blutende« Impossible Burger, hergestellt aus Weizen, Kokosnussöl, Kartoffeln und Soja. Dem Unternehmen zufolge benötigt die Herstellung des Burgers 75 % weniger Wasser und 95 % weniger Landressourcen als Rindfleisch. Außerdem verursache er 87 % weniger Treibhausgase.

Auch für Milch wird an pflanzenbasierten Alternativen gearbeitet, welche denselben Geschmack und dieselben Eigenschaften des Tierprodukts aufweisen. Das Unternehmen Perfect Day etwa produziert Milch ganz ohne Kühe. Das Start-up aus San Francisco nutzt dabei einen relativ simplen Fermentationsprozess, um aus Hefe Milchprotein herzustellen.

Wettlauf um das erste Zellkultur-Fleisch

Inzwischen arbeiten einige Hersteller schon an der Marktreife von Fleisch aus Zellkulturen, beispielsweise SuperMeat, Meat the Future und Future Meat aus Israel. In den USA hat die bereits erwähnte Firma Memphis Meats 2016 das erste Fleischbällchen aus Zellkulturen präsentiert. 2017 folgten Hühner- und Entenfleisch. Dem Unternehmen zufolge nimmt die Herstellung dieser Produkte bis zu 90 % weniger Wasser- und Landressourcen in Anspruch als konventionelle Fleischprodukte. Das Unternehmen will jetzt mehr Mitarbeiter einstellen und die Produktionszahlen erhöhen. Außerdem sollen die Kosten sinken – und zwar auf ein Niveau, das der heute üblichen Fleischproduktion entspricht oder sogar darunter liegt. Der Verkaufsstart der Produkte ist für 2021 geplant.

Am Wettlauf um das erste verkaufsfertige Fleisch aus Zellkulturen beteiligt sich seit kurzem auch das kalifornische Start-Up Hampton Creek, das durch seine vegane Mayonnaise bekannt wurde. Das Unternehmen will bereits 2018 ein entsprechendes Produkt in die Läden bringen – viel früher also als die Konkurrenz. Ob diese Ankündigung eher dem aggressiven Marketing des Unternehmens zuzuordnen ist oder tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Nach eigenen Angaben verhandelt Hampton Creek zudem mit einigen der größten Fleischproduzenten der Welt über eine Lizenzierung seiner Technologie.

An Fischfilets aus Zellkulturen arbeitet unterdessen das Unternehmen Finless Foods. Das erste Produkt des jungen Start-Ups wird roter Thunfisch sein – eine auf der ganzen Welt überfischte Tierart. Der Energieaufwand zu dessen Herstellung wird voraussichtlich sogar niedriger sein als der für  Fleisch aus Zellkulturen, denn Fisch-Zellen benötigen lediglich  Raumtemperatur, während Fleisch-Zellen am besten unter Körpertemperatur gedeihen.

Probleme und Lösungen

Ein Problem für die Hersteller von Zellkultur-Fleisch ist es, Zellen für die Kultivierung am Leben zu erhalten, ohne immer wieder Zellen aus lebenden Tieren entnehmen zu müssen. Einen wichtigen Durchbruch auf diesem Gebiet haben kürzlich amerikanische Forscher erzielt: Sie erzeugten eine »unsterbliche« Art von Zellen. Mit dieser lässt sich innerhalb von etwa zwei Wochen ein kleines Puten-Nugget züchten – ohne auf  ein lebendes Tier als »Zellreserve« zurückzugreifen. Die Geschwindigkeit ist beeindruckend: Putenfleisch auf konventionelle Weise »herzustellen« dauert von der Aufzucht bis zum Tod des Tieres etwa sechs Monate. Zudem verbraucht das Tier zahlreiche Ressourcen allein beispielsweise für die Bewegung und den Skelettbau. Nicht zuletzt diese Tatsache verdeutlicht das enorme Potenzial der neuen Technologie .

Der Preis entscheidet

Fleisch aus Zellkulturen muss so günstig hergestellt werden können, dass die Produkte gegenüber konventionell hergestelltem Fleisch wettbewerbsfähig sind. Der erste, 2013 von Mark Post vorgestellte Burger kostete noch rund 330.000 US-Dollar. Doch die weitere Entwicklung lässt hoffen: Memphis Meats produziert mittlerweile zu einem Fünfzigstel dieses Preises. Post selbst schätzt, dass die Burger seines Unternehmens Mosa Meat im Jahr 2020 etwa 10 Dollar pro Stück kosten werden – und fünf Jahre später so viel wie der günstigste konventionelle Fleischburger auf dem Markt.

Das Problem Nährlösung

Die Kosten sind derzeit auch deshalb noch so hoch, weil ein wesentlicher Stoff nur sehr begrenzt erhältlich ist: Als Nährlösung für die Zellkulturen dient bislang meistens Kälberserum. Es wird aus dem Blut von ungeborenen Tieren im Mutterleib gewonnen und regt die Zellen zur Teilung an. Dass dies aus ethischen und auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht das Mittel der Wahl sein kann, liegt auf der Hand. Die WissenschaftlerInnen von Hampton Creek untersuchen daher bereits alternative Methoden. Ihnen zufolge könnten etwa auch Stoffe aus Pflanzen die Zellen in vergleichbarer Weise dazu anregen, sich zu vermehren.

Sauberer als Massentierhaltung

Fleisch aus dem Labor – das mag für viele abstoßend klingen. Emily Byrd vom Good Food Institute aber gibt zu bedenken, dass diese Art der Fleischproduktion »sicher, sauber und effizient« ist – im starken Kontrast zur industriellen Massentierhaltung, die zudem ethisch völlig inakzeptabel ist: »Hühner wachsen dort sechs bis sieben Mal schneller als sie es in der Natur tun würden. Kühe geben bis zu 10 Mal mehr Milch als es natürlich wäre (…). Fast alle Fleischprodukte werden mithilfe künstlicher Befruchtung und hohen Dosen wachstumsfördernder Medikamente hergestellt.« Demgegenüber sei es doch nur natürlich, Zellen sich einfach teilen und wachsen zu lassen.

Wie steht es um die Akzeptanz?

»Sobald es sauberes Fleisch gibt, das preislich mit konventionell hergestelltem Fleisch konkurrieren kann, wird das der Anfang vom Ende aller Leiden sein, die mit der industriellen Landwirtschaft in Verbindung stehen«, prophezeit Bruce Friedrich, Leiter des Good Food Institute. Ob das zutrifft, hängt auch von den VerbraucherInnen ab. Werden sie sich an den Gedanken gewöhnen können, Fleisch aus Zellkulturen zu essen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Umfrage des Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten sieht »im c eine von vielen möglichen Alternativen zur konventionellen Fleischproduktion« und ist nicht grundsätzlich abgeneigt.

Fazit: Deutschland muss nachziehen

Die Innovationen im Bereich der Nahrungsmitteltechnologie machen Hoffnung: Setzten sie sich durch, würde das nicht nur Tierleid erheblich mindern, sondern auch die Umwelt und die natürlichen Ressourcen schonen.

Deutschland scheint die Zeichen der Zeit jedoch zu verschlafen.  Mit Dringlichkeit hat der Philosoph Richard David Precht in seinem sehenswerten Vortrag beim diesjährigen »Zukunftsdialog Agrar und Ernährung« der ZEIT den Finger in die Wunde gelegt: Wenn Deutschland nicht zügig auf den Zug der alternativen Fleischherstellung aufspränge, würde zukünftig nicht mehr der deutsche Bauer China mit Fleisch beliefern – sondern das Silicon Valley.

Der Artikel Fleisch aus Zellkulturen: ein Überblick wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Sechs Forderungen an eine neue Regierung

Mo, 25/09/2017 - 16:21

Pressemitteilung

© ARIWA

Im Hinblick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen stellt das Bündnis für Tierschutzpolitik Kernforderungen an die Bundestagsparteien. Das Bündnis, zu dem auch die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gehört, will damit dringend notwendige Verbesserungen im Tierschutz erreichen. So soll die nächste Bundesregierung konkrete Maßnahmen und Fristen in einem Tierschutzplan festschreiben. Zudem sind Alternativen zur Nutzung von Tieren für Konsumzwecke und Tierversuche weit stärker zu fördern als bisher.

»Unser gegenwärtiger Umgang mit Tieren ist in nahezu allen Nutzungsbereichen ethisch völlig inakzeptabel«, sagt Konstantinos Tsilimekis, Leiter des Wissenschaftsressorts der Albert Schweitzer Stiftung. »Wir haben den Tierschutz im Grundgesetz als Staatsziel festgeschrieben. Dem muss endlich politisch und rechtlich Rechnung getragen werden.«

Hierzu ist es nach Ansicht des Bündnisses nötig, das Tierschutzgesetz umfassend zu überarbeiten. Zudem soll ein nationaler Tierschutzplan, wie es ihn bereits in Niedersachsen gibt, langfristig ein verbindliches Leitbild für deutlich mehr Tierschutz bieten – unabhängig von Legislaturperioden und gewählten Parteien.

Besonders in der Landwirtschaft und bei Tierversuchen ist die Nutzung von Tieren stärker
als bislang infrage zu stellen. Hier müssen bereits bestehende Alternativen gefördert sowie weitere entwickelt und etabliert werden.

Die erforderlichen Maßnahmen darf die nächste Bundesregierung nicht länger aufschieben oder rein wirtschaftlichen Interessen unterordnen, fordert das Tierschutzbündnis. Die Politik muss sich daher im Rahmen der Koalitionsverhandlungen klar zum Tierschutz bekennen.

Für den kommenden Koalitionsvertrag sind mitunter die folgenden kurzfristigen Ziele mit festen Zeitangaben zu verankern:

  1. Verbot der Amputationen am Tier wie das Abschneiden der Ringelschwänze bei Ferkeln
  2. Verbot der dauerhaften Fixierung von Tieren wie die Anbindehaltung von Kühen oder die Kastenstandhaltung von Sauen
  3. Gezielte Förderung von Tierschutzmaßnahmen
  4. Verbot von Qualzuchten bei Heimtieren und »Nutztieren«
  5. Erstellung einer Positivliste für die verantwortbare Haltung von Heimtieren
  6. Verbot der Haltung von Wildtieren im Zirkus

Das ausführliche Positionspapier des Bündnisses für Tierschutzpolitik mit den Kernforderungen finden Sie hier als PDF zum Herunterladen.

Über das Bündnis für Tierschutzpolitik

Das Bündnis für Tierschutzpolitik ist ein seit 2015 bestehender Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., PROVIEH e.V. sowie VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.

Der Artikel Sechs Forderungen an eine neue Regierung wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Selbst-Wenn-Broschüren auslegen!

Fr, 22/09/2017 - 14:22

Um noch mehr Menschen mit unserer Selbst-Wenn-Broschüre zum Um- und Nachdenken anzuregen, starten wir im Oktober eine Aktionswoche. In vielen Märkten, Cafés, Restaurants oder Arztpraxen gibt es die Möglichkeit mit Erlaubnis Flyer und Broschüren auszulegen – mit Sicherheit gibt es solche Plätze auch in Ihrer Nähe. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir erreichen, dass die Broschüren in der ersten Oktoberwoche deutschlandweit an besonders vielen geeigneten Orten ausliegen.

So einfach können Sie mitmachen
  1. Bestellen Sie in unserem Shop so viele Broschüren, wie Sie verteilen möchten.
  2. Geben Sie den Gutscheincode »auslegen« ein, um 25 % Rabatt zu erhalten (gültig bis 8. Oktober 2017).
  3. Legen Sie die Broschüren mit Erlaubnis an geeigneten Orten in Ihrer Umgebung aus.

Beteiligen Sie sich an der Aktion und helfen Sie so aktiv, den Wandel in unserer Gesellschaft voranzubringen!

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Ganz egal wo Sie die Broschüre auslegen möchten, fragen Sie vorher um Erlaubnis. Es wäre sehr schade, wenn ein verärgerter Ladenbesitzer die ausgelegten Broschüren wegwerfen oder wenn durch eine generell vermeidbare Verärgerung ein potentiell guter Auslageplatz für die Broschüren auf Dauer wegfallen würde. Außerdem bietet sich in einem direkten Gespräch ja vielleicht die Möglichkeit, um eine Auslage der Broschüre an einer besonders gut geeigneten Stelle zu bitten.

Sie möchten die Broschüren nicht nur an einem oder zwei Plätzen auslegen, sondern an möglichst vielen? Dann überlegen Sie sich, ob Sie dabei nicht vielleicht sogar systematisch vorgehen wollen. So könnten Sie sich beispielsweise eine Liste mit Tierarztpraxen oder vegetarisch/veganen Restaurants in Ihrer Stadt erstellen (hilfreich für letzteres ist diese Seite) und genau diese Restaurants gezielt mit Broschüren ausstatten.

Der Artikel Selbst-Wenn-Broschüren auslegen! wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Klage gegen das Kanzleramt

Mi, 20/09/2017 - 20:40

Pressemitteilung

© Peter Probst – Shutterstock

Mahi Klosterhalfen von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat Klage gegen das Bundeskanzleramt beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht. Der Geschäftsführer der Tierschutzstiftung will vom Kanzleramt wissen, mit welchen Tierschutzfragen sich Merkel während ihrer Kanzlerschaft beschäftigt hat. Nach dem Informationsfreiheitsgesetz ist er berechtigt, Einsicht in Akten zu erhalten, die etwa zu Interviews und Stellungnahmen Merkels zum Tierschutz erstellt wurden. Das Kanzleramt bestreitet jedoch die Existenz solcher Dokumente oder verwehrt ihm die Einsicht zu bestimmten Akten. Daher lässt Klosterhalfen sein Recht auf Akteneinsicht jetzt gerichtlich prüfen.

»Für mich ist offensichtlich, dass das Kanzleramt Informationen zurückhält«, sagt Klosterhalfen. »Das Kanzleramt erweckt den Eindruck, dass Tierschutz praktisch nie auf Merkels Agenda stand, und dass es zu bestimmten Vorgängen keine Akten gäbe. Das ist unglaubwürdig.« So verweist es nur auf wenige Dokumente wie die im Internet zugängliche Endversion einer Rede Merkels vor dem Deutschen Bauernverband. »Das ist mir viel zu dünn«, kommentiert Klosterhalfen. »Merkels Reden sind ja nicht aus dem Nichts heraus entstanden, wie das Kanzleramt suggeriert. Es muss dazu entsprechende Dokumente geben mit Kommentaren derjenigen, die diese Reden vorbereitet haben.«

In einigen wenigen Fällen gibt das Kanzleramt zu, dass es Akten über Stellungnahmen zum Tierschutz von Merkel gibt; es verweigert jedoch deren Herausgabe mit Verweis auf den Schutz internationaler Beziehungen. So hat sich Merkel 2007 mit dem damaligen britischen Premierminister Tony Blair über die Robbenjagd in Kanada ausgetauscht. Aus Klosterhalfens Sicht ist es in diesem Fall nicht zulässig, die Akteneinsicht zu verweigern. Besonders wichtige Gründe, die das rechtfertigen, gibt es hier nämlich nicht. »Staatskrisen oder Gefahren dürften sich durch eine Veröffentlichung der entsprechenden Akte nicht ergeben«, so Klosterhalfen. Zur Frage, ob das Kanzleramt die Blair-Akte unter Verschluss halten darf, wird sich ebenfalls das Gericht äußern.

Als brisant schätzt die Albert Schweitzer Stiftung weiterhin ein, dass es zum Portal http://www.direktzu.de/kanzlerin/ angeblich ebenso keine Akten über Antworten zu Fragen des Tierschutzes gibt. Die in dem Bürgerportal gestellten Tierschutzfragen hat das Bundespresseamt mit Merkel-Foto vermeintlich »im Auftrag der Bundeskanzlerin« beantwortet.

»Das Portal erweckt den Eindruck, dass man einen direkten Draht zur Kanzlerin bekommen könnte. Wären die Antworten über Merkels Schreibtisch gegangen, müsste es Akten geben. In Wirklichkeit scheint sich Angela Merkel mit den konkreten Anfragen im Portal überhaupt nicht auseinanderzusetzen«, schließt Klosterhalfen.

Über das Informationsfreiheitsgesetz

Das Informationsfreiheitsgesetz ermöglicht es Privatpersonen, Einsicht in amtliche Informationen zu erhalten. Wenn Angela Merkel zum Beispiel eine Rede hält, bereiten verschiedene Stellen diese vor und vermerken Kommentare. Jede Privatperson hat das Recht, die dabei entstehenden Akten einzusehen – eigentlich. In besonders gewichtigen Fällen wie der Terrorabwehr kann die Behörde eine Herausgabe ablehnen.

Der Artikel Klage gegen das Kanzleramt wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Beschwerde gegen Staatsanwaltschaft

Mi, 20/09/2017 - 19:12

Pressemitteilung

© tierretter.de

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz sind entsetzt darüber, dass die Staatsanwaltschaft Münster die Ermittlungen um den Skandalbetrieb der Familie Schulze Föcking eingestellt hat. Die Stiftungen bereiten jetzt eine Beschwerde bei der Oberstaatsanwaltschaft vor.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gestern einen Einstellungsbescheid zukommen lassen. »Die Staatsanwaltschaft argumentiert darin zum Teil in Widerspruch zur höchstrichterlichen Rechtsprechung. Auch darüber hinaus gibt es mehrere Punkte in der Begründung der Staatsanwaltschaft, die aus unserer Sicht offensichtlich falsch sind«, kommentiert Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung.

So ist es äußerst fraglich, ob der Betrieb 64 erkrankte Tiere zur Schlachtung hätten verkaufen dürfen. Um die gesetzliche Wartezeit nach einer erfolgten Medikamentenverabreichung einzuhalten, wurden kranke Tiere womöglich nicht weiter behandelt. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass bei den schwer erkrankten Tieren keine Schmerzen und Leiden aus wirtschaftlichen Gründen in Kauf genommen wurden. Die Tierschutz-Stiftungen sehen das aufgrund der offenbar wochenlangen Vernachlässigung der Tiere völlig anders.

Zudem können schlechte Haltungsbedingungen wie eine erhöhte Ammoniakbelastung der Stallluft, eine unzureichende Wasserversorgung oder die extreme Verschmutzung mit Kot entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft sehr wohl zu erheblichen Schmerzen oder Leiden führen.

Daher haben die Stiftungen beschlossen, bei der Generalstaatsanwaltschaft Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Münster einzulegen. Die Beschwerde ist derzeit in Vorbereitung.

»Die Staatsanwaltschaft hat bereits den Fehler begangen, nicht gegen die Ministerin zu ermitteln«, so Klosterhalfen. Christina Schulze Föcking war zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch persönlich haftende Gesellschafterin des Betriebs. Damit hat sie nach Ansicht der Stiftung eine Mitverantwortung für die schlimmen Zustände. »Jetzt setzt die Staatsanwaltschaft ihre Reihe der unrühmlichen Entscheidungen fort«, so Klosterhalfen.

Abseits der juristischen Beurteilung macht der Fall etwas anderes deutlich: Die entsetzlichen Zustände, die in den Aufnahmen dokumentiert sind, sind offenbar als unvermeidliches Geschehen bei der Mast von Schweinen akzeptabel.

Hintergrund:

Die Albert Schweitzer Stiftung hatte gegen NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking sowie ihren Ehemann strafrechtliche Vorwürfe wegen desolater Zustände in den Schweineställen des Familienunternehmens erhoben. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft hatte die Stiftung daher am 13. Juli Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gestellt.

Der Artikel Beschwerde gegen Staatsanwaltschaft wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Veganes Angebot bei Starbucks

Di, 05/09/2017 - 16:49

Anfang 2014 haben wir Starbucks im Rahmen eines Online-Appells darum gebeten, ein veganes Speiseangebot zu schaffen und auf Käfigeier zu verzichten. Den Appell haben mehr als 18.000 Personen unterzeichnet.

Schon bald nach dem Start unseres Aufrufs teilte Starbucks uns mit, dass in Zukunft keine Käfigeier mehr verwendet werden.

Mit der Zeit ist Starbucks auch im Vegan-Bereich aktiv geworden. Aktuell finden Sie die folgenden veganen Produkte in allen Starbucks-Filialen:

  • Süße Muffins mit Schoko-Kirsch- oder Beeren-Füllung
  • Saftiger Apfelkuchen mit Mürbeteigboden und Zimt (neu seit 5. September 2017)
  • Das »Nordic Club Houmus-Karotte«-Sandwich mit gegrillter Paprika, Karottenstreifen, Hummus und frischem Spinat
  • Das Fladenbrot »Flatbread Falafel« mit würziger Kichererbsenfüllung
  • Diverse Kaffeespezialitäten wie Caffé Latte, Cappuccino oder Cold Brew können auf Wunsch vegan mit Soja- bzw. Mandeldrink oder Kokosmilch zubereitet werden.

Der Artikel Veganes Angebot bei Starbucks wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Veganes Angebot bei Starbucks

Di, 05/09/2017 - 06:44
© Starbucks

Anfang 2014 haben wir Starbucks im Rahmen eines Online-Appells darum gebeten, ein veganes Speiseangebot zu schaffen und auf Käfigeier zu verzichten. Den Appell haben mehr als 18.000 Personen unterzeichnet.

Schon bald nach dem Start unseres Aufrufs teilte Starbucks uns mit, dass in Zukunft keine Käfigeier mehr verwendet werden.

Mit der Zeit ist Starbucks auch im Vegan-Bereich aktiv geworden. Aktuell finden Sie die folgenden veganen Produkte in allen Starbucks-Filialen:

  • Süße Muffins mit Schoko-Kirsch- oder Beeren-Füllung
  • Saftiger Apfelkuchen mit Mürbeteigboden und Zimt (neu seit 5. September 2017)
  • Das »Nordic Club Houmus-Karotte«-Sandwich mit gegrillter Paprika, Karottenstreifen, Hummus und frischem Spinat
  • Das Fladenbrot »Flatbread Falafel« mit würziger Kichererbsenfüllung
  • Diverse Kaffeespezialitäten wie Caffé Latte, Cappuccino oder Cold Brew können auf Wunsch vegan mit Soja- bzw. Mandeldrink oder Kokosmilch zubereitet werden.

Welche Kaffeespezialitäten es auch vegan (d. h. mit Soja- bzw. Mandeldrink oder Kokosmilch) gibt, können Sie dieser Tabelle entnehmen.

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Schlachtung schwangerer Tiere: Neues Gesetz

Fr, 01/09/2017 - 22:30
© Chalabala – Shutterstock

Seit dem 1. September 2017 ist es in Deutschland verboten, hochschwangere Rinder und Schweine zur Schlachtung abzugeben. Bislang war lediglich deren Transport in den letzten vier Wochen vor der Geburt untersagt. Gesetzliche Vorgaben zum Umgang mit hochschwangeren Tieren im Schlachthof gibt es bislang noch immer nicht. Das neue Abgabeverbot versucht, zumindest diese Lücke zu schließen.

Die Regierungsfraktionen von CDU, CSU und SPD haben das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz entsprechend verändert und so erreicht, dass Tiere im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht mehr zur Schlachtung abgegeben werden dürfen. Hintergrund waren ethische Überlegungen, obgleich wissenschaftlich bisher nicht eindeutig geklärt ist, ob ein Fötus bei der Schlachtung der Mutter Schmerzen empfindet. Kommen Landwirte dem geänderten Gesetz nicht nach, kann dies mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Es sind allerdings Ausnahmen vorgesehen: So sind Ziegen und Schafe von der Regelung ausgenommen. Außerdem ist die Schlachtung eines hochschwangeren Tiers erlaubt, wenn die Tötung »nach tierseuchenrechtlichen Bestimmungen vorgeschrieben oder angeordnet worden ist oder im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation geboten ist (…)«. Obwohl es prinzipiell begrüßenswert ist, dass nun endlich ein Gesetz zur Abgabe von hochschwangeren »Nutztieren« existiert, liefern diese Ausnahmen Grund zur Kritik.

Kritik an den Ausnahmen für Ziegen und Schafe

In Deutschland wurden im letzten Jahr etwa 1 Mio. Schafe und Lämmer sowie 23.000 Ziegen geschlachtet. Man kann davon ausgehen, dass auch hochschwangere Tiere darunter waren: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schätzt, dass in Europa 0,8 % der weiblichen Schafe und 0,2 % der weiblichen Ziegen im letzten Schwangerschaftsdrittel geschlachtet werden.

Trotzdem sind diese Tierarten von den neuen Regelungen ausgenommen. Als Grund dafür werden »grundlegend andere Haltungsbedingungen« angegeben – Schafe und Ziegen werden nämlich nicht künstlich besamt, weshalb ihre Schwangerschaft schwieriger festzustellen sei. Dieses Argument lässt die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) jedoch nicht gelten: Sie stellt fest, dass unbeabsichtigte Schwangerschaften bei Ziegen und Schafen »durch ein entsprechendes Management« sehr wohl vermieden werden können. Darüber hinaus ließe sich »auch bei diesen Tierarten eine Trächtigkeit routinemäßig feststellen oder ausschließen.«

Kritik an den Ausnahmen bei kranken Tieren

Die »tierärztlichen Indikationen«, die dem Gesetz zufolge eine Schlachtung im letzten Schwangerschaftsdrittel rechtfertigen können, sind nicht näher definiert. Das bemängelt auch Dr. Siegfried, Moder, Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt). Die Entscheidung wird damit ihm zufolge zurück auf die Betriebe verlagert.

Ordnet ein Tierarzt die Tötung eines hochschwangeren Tiers an, wäre die Euthanasie eine Alternative zur Schlachtung: Ein hochdosiertes Narkosemittel würde Mutter und Kind schmerzlos einschläfern. Diese Praxis empfiehlt die Bundestierärztekammer; sie ist jedoch im Gesetz nicht vorgesehen. Für die Tierhalter bleibt damit der wirtschaftliche Anreiz bestehen, kranke Tiere über die Schlachtung zu entsorgen. Denn das Fleisch geschlachteter Tiere darf in der Nahrungsmittelkette verwertet werden, das von euthanasierten Tieren jedoch nicht.

Anzahl betroffener Tiere nicht eindeutig

Wie viele Sauen und Kühe bislang hochschwanger geschlachtet wurden, ist nicht eindeutig. In einer 2011 vorgelegten Studie ist von etwa 180.000 geschlachteten schwangeren Rindern die Rede – 55 % davon (also rund 99.000) waren im letzten Schwangerschaftsdrittel. Eine aktuellere Untersuchung spricht von 40.000 Fällen im Jahr. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit geht davon aus, dass sich in Europa 3 % der Milchkühe, 1,5 % der Mastrinder und 0,5 % der Schweine bei der Schlachtung im letzten Drittel einer Schwangerschaft befinden.

Fazit

Es ist begrüßenswert, längst überfällig und notwendig, dass die Politik zumindest die Abgabe hochschwangerer Rinder und Schweine zur Schlachtung gesetzlich verbietet. Allerdings sind die Ausnahmeregelungen nicht zu akzeptieren. Hier muss dringend nachgebessert werden. Schleswig-Holstein und Niedersachsen zeigen, dass es auch ohne solche Ausnahmen geht: Dort haben Behörden, Landwirtschaft, Tierärztevertretungen und Fleischwirtschaft bereits vereinbart, die Schlachtung hochschwangerer Rinder grundsätzlich auszuschließen.

Vonseiten der Tierärzte ist konsequentes Handeln gefragt. Sie müssen sicherstellen, dass die neuen Vorgaben umgesetzt und die Ausnahmen nicht zur Regel werden.

Der Artikel Schlachtung schwangerer Tiere: Neues Gesetz wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Kaffeeketten im Vegan-Ranking

Sa, 26/08/2017 - 07:00
© Rawpixel.com – Shutterstock

Die Nachfrage nach veganen Angeboten in der Gastronomie steigt kontinuierlich. Wie die Kaffeeketten in Deutschland mit dieser Nachfrage umgehen, zeigt ein aktuelles Ranking des VEBU (zukünftig ProVeg) – mit durchwachsenen Ergebnissen.

Große Unterschiede gibt es etwa bei der Angebotsvielfalt im Snack- und Getränkebereich sowie bei der Kennzeichnung der veganen Produkte: Coffee Fellows, Caffè Dallucci und Starbucks überzeugen in diesen Punkten und führen das Ranking an. Die weiteren acht untersuchten Ketten schneiden allesamt »mittelmäßig« oder schlechter ab. Insbesondere McCafé, Tchibo und Dunkin Donuts enttäuschen mit einem mangelhaften Angebot und landen auf den hinteren Plätzen.

In der Vergangenheit hatten wir bereits eine Erhebung zur Veganfreundlichkeit der deutschen Supermarktketten durchgeführt. Im letzten Jahr veröffentlichte zudem der VEBU ein Vegan-Ranking der Schnellrestaurants. Die Erhebungen sollen regelmäßig wiederholt werden, um Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung zu bieten.

© VEBU Die Ergebnisse im Detail

Um die Veganfreundlichkeit der Kaffeeketten zu bewerten, befragte der VEBU sie hinsichtlich ihrer Angebotsvielfalt, der Kennzeichnung vegan-vegetarischer Produkte, ihrer zugrundeliegenden Qualitätsstandards sowie der geplanten Weiterentwicklung in diesem Bereich. Gaben die Unternehmen keine Selbstauskunft, wurden entsprechende Information über eine Webseitenanalyse eingeholt.

1. Coffee Fellows

Der Sieger des Rankings überzeugt mit einer deutlichen Kennzeichnung seines veganen Angebots, zu dem Apfelkuchen und Avocado-Bagel gehören. Die Kaffeespezialitäten können mit Soja- (ohne Aufpreis) oder Mandelmilch (mit Aufpreis) zubereitet werden.

2. Caffè Dallucci

Caffè Dallucci ist im Snackbereich gut aufgestellt und bietet sowohl süße als auch herzhafte vegane Snacks, die entsprechend gekennzeichnet sind. Als Kuhmilchalternative steht Sojamilch zur Verfügung (gegen Aufpreis).

3. Starbucks

Starbucks hat das umfangreichste Angebot an Milchalternativen: Neben Sojamilch werden Mandel- und Kokosmilch angeboten (alle gegen Aufpreis). Des Weiteren verfügt die Kette über ein gutes veganes Snackangebot, insbesondere im herzhaften Bereich. Kunden können die veganen Produkte anhand einer ausgehängten Liste sowie anhand der Zutatenliste erkennen. Zukünftig will Starbucks an einer besseren Kennzeichnung arbeiten.

4. chicco di Caffè

chicco di Caffè ist überwiegend im Großraum München und Stuttgart aktiv. Dort erhalten Kunden Soja- und Hafermilch gegen Aufpreis. Außerdem beinhaltet das Angebot jeweils eine süße und eine herzhafte vegane Snackoption, die allerdings noch nicht deutlich gekennzeichnet ist.

5. Einstein Kaffee

Die in Berlin und Frankfurt am Main vertretene Kaffeekette Einstein Kaffee bietet Sojamilch (ohne Aufpreis) und einige vegane Snackoptionen wie ein Sandwich mit Grillgemüse und Chiapudding an. In Zukunft soll das vegane Sortiment klarer gekennzeichnet und eventuell auch erweitert werden.

6. Primo Espresso

Ebenfalls im Mittelfeld ist Primo Espresso mit seinen deutschlandweit rund 40 Bars gelandet. Neben Sojamilch (gegen Aufpreis) umfasst das vegane Angebot hier einige süße und herzhafte Snacks, die aber noch nicht deutlich gekennzeichnet sind. Eine Deklarierung ist geplant.

7. Balzac Coffee

Die Kette Balzac Coffee ist hinsichtlich der Milchalternativen und Snacks gut aufgestellt. Das Angebot umfasst Soja- und Mandelmilch (beides gegen Aufpreis) sowie diverse Snacks wie einen Apfelkuchen oder einen Avocado-Wrap. Dass Balzac Coffee trotzdem im hinteren Mittelfeld des Rankings landet, liegt daran, dass das Unternehmen keine Selbstauskunft vorgelegt hat. So konnten wichtige Kriterien zur Qualitätssicherung und Transparenz des veganen Angebots nicht in die Bewertung einfließen.

8. Burger King Café

Das vegane Angebot im Burger King Café ist deutlich verbesserungswürdig. Kunden erhalten dort zwar ein bis zwei vegane Snacks, jedoch keine Alternativen zu Kuhmilch.

9. McCafé

Das Café des Fastfood-Riesen McDonald’s schneidet beim veganen Angebot schlecht ab: Es wird zwar Sojamilch ohne Aufpreis angeboten, jedoch fehlen vegane Snacks.

10. Tchibo

Die zweitgrößte Kaffeekette Deutschlands hat keine veganen Snackoptionen im Angebot – mit Ausnahme eines veganen Schokoriegels. Auch pflanzliche Milchalternativen fehlen. Positiv fällt wenigstens auf, dass Tchibo die Ausweitung seines veganen Angebots für wahrscheinlich hält.

11. Dunkin’ Donuts

Gegenüber dem VEBU machte Dunkin’ Donuts keine Angaben zu seinem veganen Angebot. Recherchen ergaben zudem, dass es in den Filialen weder vegane Snack- noch Milchoptionen gibt.

Fazit

Das Ranking des VEBU zeigt bei vielen Kaffeeketten einen erheblichen Nachholbedarf beim veganen Snackangebot auf. Auch hinsichtlich der Milchalternativen ist das Angebot ausbaufähig. So sollte mindestens eine Milchalternative zum Mindeststandard gehören. Auch die Kennzeichnung der veganen Speisen und Getränke lässt sich teilweise noch verbessern.

Der Artikel Kaffeeketten im Vegan-Ranking wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

Aktion: 50.842 Stimmen gegen Agrarministerin

Fr, 25/08/2017 - 18:42

50.842 Unterschriften – so viele Menschen haben bis zum Stichtag unseren Online-Appell unterzeichnet, der die Entlassung der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking fordert. Doch der Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), an den sich unser Appell richtet, hatte offensichtlich kein Interesse, die Unterschriften persönlich entgegenzunehmen: Eine Terminanfrage für die Übergabe hat er absagen lassen.

Aktion vor dem Düsseldorfer Landtag

Dennoch hielten wir an einem Termin zur Übergabe fest und liefen am Mittwoch, den 23. August 2017 vor dem Landtag Nordrhein-Westfalens auf. Rund 30 AktivistInnen aus Düsseldorf und Umgebung kamen zur Unterstützung unserer Aktion. Kurz vor 11 Uhr waren alle mit unseren neuen T-Shirts ausgestattet. Die Zahl der UnterzeichnerInnen prangte auf den fünf weißen Kisten, jede stand symbolisch für rund 10.000 Unterschriften.

»Herr Laschet, wo sind sie?«, fragten wir auf einem Schild. Großformatige Bilder mit den grauenhaften Aufnahmen aus dem Schweinestall der Landwirtschaftsministerin Schulze Föcking hatten wir ebenfalls mitgebracht. Es dauerte nicht lang, dann kamen schon die ersten Pressevertreter und brachten ihre Kameras in Stellung.

Unser Protest geht weiter

Zeitungen und Radiosender waren ebenfalls vertreten. Wir mussten in Interviews den JournalistInnen Rede und Antwort stehen. Viele wollten wissen, warum sich unser Protest jetzt nicht erledigt habe, wo doch die Staatsanwaltschaft keine Ermittlungen gegen die Ministerin eingeleitet hat. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen sei sie nicht mehr für den Betrieb verantwortlich gewesen, so die Begründung der Staatsanwaltschaft.

Für uns ist die Antwort klar: Wenn Frau Schulze Föcking um die erheblichen Missstände wusste und nichts unternommen hat, dann steht sie strafrechtlich in der Verantwortung. Immerhin war sie zu dieser Zeit noch Gesellschafterin des Familienbetriebs. Dazu erscheint es wenig wahrscheinlich, dass der Betriebsleiter – ihr Ehemann – seiner Frau nichts davon erzählt haben soll. Insbesondere, wenn es sich, wie behauptet, um die schlimmsten Krankheitsverläufe in der Betriebsgeschichte gehandelt haben sollte.

Oder die Ministerin wusste tatsächlich tatsächlich nichts davon, wie es in ihrem eigenen Betrieb zugeht. Doch wie soll sie für die Schweinehaltung in ganz Nordrhein-Westfalen Verantwortung übernehmen, wenn sie nicht mal die Zustände im eigenen Familienbetrieb im Griff hat?

Nach dem Pressetermin ging es vom Landtag zu Fuß weiter zur Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen; einige JournalistInnen begleiteten uns. Hier erwarteten uns Ministerialrat Lumer und Regierungsrat Theis. Sie hatten sich zuvor bereit erklärt, die Unterschriften und unseren Appell an Ministerpräsident Laschet entgegenzunehmen. So erreichten die 50.842 Stimmen doch noch ihren Adressaten, ob der nun will oder nicht.

Eine Auswahl der Presseberichte:

Der Artikel Aktion: 50.842 Stimmen gegen Agrarministerin wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.