THEMA: JAGD Mutige Menschen brauchen keine Trophäen

Hier veröffentlichen wir die Leserbriefe unserer Mitglieder.

THEMA: JAGD Mutige Menschen brauchen keine Trophäen

Beitragvon Admin » Do 22. Mai 2014, 19:28

Mutige Menschen
brauchen keine Trophäen
THEMA: JAGD
Zum Leserbrief von Leopold Mayer „Freude über den Jagderfolg darf sein“, Kurier vom 23. Oktober.
Für den Inhalt dieses Briefs darf sich der Autor selbst das größte Hirschgeweih aufsetzen als Trophäe für die unqualifizierteste Äußerung des Jahres 2013 im Nordbayerischen Kurier. Seine Vermutung, dass wir die Wildschweine abschießen müssen, damit die „veganen Gutmenschen den armen Ländern nicht ihre Grundnahrungsmittel wegfressen“, erreicht noch nicht mal Stammtischniveau. Die Menschen in den Drittländern hungern, weil mehr als 50 Prozent der Getreide- und 90 Prozent der Sojaernte an die Nutztiere in den westlichen Ländern zur Fleischerzeugung verfüttert werden und damit der Preis für diese Produkte unerschwinglich wird für die Ärmsten. Würden sich alle Menschen vegan ernähren, gäbe es keinen Hunger auf dieser Welt. Bei den fünf Millionen Tonnen Weizen und x Millionen Tonnen Mais, die jährlich in der BRD produziert und exportiert werden, spielen die Wildschäden so gut wie keine Rolle. Sie dienen aber den zum Teil selbst ernannten „Wildhütern“ als treffliche Rechtfertigung für das „Wildmanagement“ – also das Abschießen von Tieren in der freien Wildbahn, um sich anschließend als Helden feiern zu lassen. Die Jagd, besonders die Treibjagd bei uns und die Großwildjagd in anderen Kontinenten, ist ein Relikt vergangener Zeiten und heute nur noch Ausdruck einer Profilneurose von Leuten, die es sich leisten können, mit großkalibrigen Waffen auf wehrlose Tiere zu schießen, um sich mit ihren Trophäen ablichten zu lassen. Mutige Menschen, Herr Mayer, brauchen keine Trophäen, zum Beispiel die Tierschützer, die sich in der Arktis gegen die russischen Staatsorgane stellen, die im Pazifik gegen den Walfang kämpfen, aber auch unsere Tierschützer hier zuhause, die nach Spanien, Rumänien oder Bulgarien fahren, um Hunde aus den Tötungsanstalten zu holen. Diese „Bambi-Fraktion der Tierschützer“ wird größer und gewinnt immer mehr Anhänger, besonders unter den jungen Leuten, und es ist schön zu sehen, dass dieses archaische Gedankengut mit der Freude am Töten der Tiere in der Bevölkerung abnimmt. Selbst der Bundesverband der Jäger bemüht sich neuerdings um ein besseres Image – aber wahrscheinlich haben Sie davon noch nichts gehört.
Reinhard Wittke, Bayreuth
Nordbayerischer Kurier vom Donnerstag, 31. Oktober 2013, Seite 22
Admin
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 67
Registriert: Mo 7. Mär 2011, 22:58
Wohnort: Bayreuth
Mobil: 0174/2357624

ZurĂĽck zu Leserbriefe

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron