THEMA: HORMONBEHANDLUNG Die hormonelle Schweinerei

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THEMA: HORMONBEHANDLUNG Die hormonelle Schweinerei

Beitragvon Admin » Do 22. Mai 2014, 19:35

Die hormonelle Schweinerei
THEMA: HORMONBEHANDLUNG
Zum Artikel „Hormone nur für kranke Tiere“, Kurier vom 8. Januar.
Mit den Hormonen ist das eben so eine Sache – denn wie diese bei wem wie genau wirken, ist offensichtlich nicht bekannt, speziell in der Schweinezucht. So sollen in Zukunft nur kranke Tiere Hormone erhalten, fordert der Bund Naturschutz und liefert damit die Lachnummer des Tages. Hää? – Welche Krankheit soll den bei den armen Schweinen mit Hormonen behandelt werden? Es gibt unter anderem Sexualhormone, Schilddrüsenhormone, Gewebshormone und Steroidhormone, die in der Humanmedizin therapeutisch bei fehlender oder unzureichender Eigenproduktion eingesetzt werden, wie etwa Insulin bei Diabetes mellitus oder Schilddrüsenhormone bei einer Unterfunktion, aber auch die Hormonzufuhr zur Empfängnisverhütung.
Welche Hormonwirkung soll aber den kranken Tieren helfen? Teure Hormonpräparate haben in der Tierzucht ausschließlich den Zweck, die Fleischproduktion zu erhöhen. Wie in der „Zeit online“ vom 9. Januar unter der Überschrift „Unser tägliches Hormonfleisch“ zu lesen ist, werden in der deutschen Schweinemast systematisch Steroidhormone eingesetzt, obwohl die Nebenwirkungen der Krebserregung und Erbgutschädigung bekannt sind. Neuere und noch wirksamere Hormone sind in den Fleischfabriken auf dem Vormarsch wie etwa Ractopamin, das in Turbogeschwindigkeit Schweine und Rinder bis zu 38 Prozent mehr Fleisch ansetzen lässt. Solche Wachstumshormone sind in Südamerika und den USA problemlos erlaubt, in Europa aber noch verboten. Ein mögliches Freihandelsabkommen mit den USA wäre aber das Ende des Verbots. Damit bekäme der Satz des Bauernpräsidenten J. Ruckwied „Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung“ (Kurier vom 23. Dezember 2013) eine ganz andere Bedeutung. Durch die in der Massentierhaltung heute schon verwendeten Tonnen von Antibiotika, ohne die die Tiere gar keine Schlachtreife erlangen, müssen wir zukünftig mit einer eitrigen Bronchitis keine Packung Penizillin mehr schlucken, sondern nur noch ein Schäufele essen – das reicht für die Antibiose inklusive Nebenwirkungen.
Sportler, die dopen wollen, brauchen keine Tabletten oder Spritzen, sondern konsumieren Sexual- und Wachstumshormone über Steaks. Hoffentlich überleben dann noch die wenigen, ehrlichen kleinbäuerlichen Betriebe, die diese hormonelle Schweinerei nicht mitmachen, bevor jeder, auch der gelegentliche Fleischkonsum zum unkalkulierbaren Gesundheitsrisiko wird, nach dem Motto „Sorry – es war nicht das Fleisch – es waren die Hormone“.
Dr. Reinhard Wittke,
Sportmediziner, Bayreuth
Nordbayerischer Kurier vom Freitag, 17. Januar 2014, Seite 21
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