THEMA:JAGD Nebenform der Geisteskrankheit?

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THEMA:JAGD Nebenform der Geisteskrankheit?

Beitragvon Admin » Di 7. Okt 2014, 10:17

Nebenform der Geisteskrankheit?

THEMA:JAGD

Zum Artikel „Noch mehr Wildschweine“, Kurier vom 1. Oktober.

Nach dem Lesen dieses Artikels war mir klar, dass die größte Bedrohung der zivilisierten Welt nicht die gewaltbereiten Dschihadisten, ISIS oder Al Kaida darstellen, sondern die Wildschweine. Wie Otto Kreisl vom Jägerverein betonte, ist das Projekt „Brennpunkt Schwarzwild“ angelaufen und zur Durchführung wünscht man sich die gesetzliche Freigabe von Nachtsichtgeräten und hoch technisiertes Gerät, um die bösen Viecher abzuknallen. Der nächste Schritt der Jäger wäre ein Antrag beim Verteidigungsministerium zusammen mit den Peschmerga-Kämpfern in Hammelburg den Einsatz von panzerbrechenden Waffen zu erlernen. Wäre das Ganze nicht so traurig – von Seiten der Tiere betrachtet – könnte man vielleicht darüber lachen. Ganz und gar nicht zum Lachen findet die Tierschutzorganisation Peta das Treiben der Jäger und beruft sich auf seriöse Quellen, unter anderem Berichte des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesamts für Verbraucherschutz.

Jäger töten in Deutschland jedes Jahr mehr als fünf Millionen Wildtiere sowie mehrere hunderttausend Hunde und Katzen – obgleich die Jagd zahlreichen wissenschaftlichen Studien und Wildbiologen zufolge unnötig ist. Prof. Josef Reichholf von der TU München etwa betont, dass sich waldbewohnende Tierpopulationen schon immer selbst reguliert haben. Die ausschlaggebenden Faktoren für die Populationsentwicklung sind natürliche Umwelteinflüsse. Auch Prof. Manfred Niekisch, international anerkannter Experte für Naturschutz, unterstreicht, dass eine etwaige Überpopulation einer Tierart aufgrund von Nahrungsmangel irgendwann von alleine zusammenbricht. Des Weiteren beschreibt Niekisch die Jagd als komplett überschätztes Mittel der Regulation. Die Jagd zerstört Familienverbände und Sozialstrukturen und führt dazu, dass sich die Tiere unkontrolliert vermehren.

Wer Tiere quält, belässt es selten dabei – das ist das Fazit der Kölner GAP-Studie – und er neigt auch zur Gewaltbereitschaft gegenüber Menschen. So schrieb Albert Schweitzer „für jemanden, der sich daran gewöhnt hat, das Leben eines anderen Lebewesens als lebensunwürdig anzusehen, besteht die Gefahr, dass er zu dem Schluss kommt, auch menschliches Leben sei wertlos“. Deshalb nannte Bundespräsident Theodor Heuss die Jagd „eine Nebenform der menschlichen Geisteskrankheit“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Reinhard Wittke, Bayreuth,

Verein Menschen fĂĽr Tierrechte
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