THEMA: JAGD Da steckt handfestes Gewinninteresse dahinter

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THEMA: JAGD Da steckt handfestes Gewinninteresse dahinter

Beitragvon Admin » Di 2. Dez 2014, 13:48

THEMA: JAGD

Zum Artikel „Wir wollen töten, nicht verletzen“, Kurier vom 28. November.

„Wir wollen töten“ – treffender hätte es Jäger G. Bayer nicht formulieren können, wenn es um die wahre Motivation des Jagens geht. Wer das Interview gelesen hat, dem wird schnell klar, wie dünn die Argumente der Jäger auf die kritischen Fragen der Redakteurin ausgefallen sind. Dies hat zu tun mit der Tatsache, dass die revierübergreifende Drückjagd eine Jagdform darstellt, die jedweder Gesetzesgrundlage entbehrt (Art.18 BJG) und selbst nach Aussage vieler Jäger tierschutzwidrig ist.

Noch immer wird von diesen in der Steinzeit tief verwurzelten Menschen behauptet, dass Wildschweine massiv bejagt werden müssen. Dass dies Jägerlatein darstellt, beweist eine Langzeitstudie über 22 Jahren aus Frankreich, die klar zeigen konnte, dass eine starke Bejagung von Schwarzwild zu einer deutlich höheren Fortpflanzung der Tiere führt (Serventy, et al: Journal of Animal Ecology 2009). Selbst die Jägerzeitschrift „Wild und Hund“ vom September 2014 gesteht, dass alle Bemühungen, den Schwarzwildbestand durch Abschießen zu regulieren, fehlgeschlagen seien. Die Bundesvorsitzende des ökologischen Jagdverbands (ÖJV) nennt den enormen Wildschweinbestand ein hausgemachtes Problem. Die Ausbreitung des Schwarzwilds sei den Jagdpächtern lange willkommen gewesen. Wird sinnloses Tun mit fadenscheinigen Argumenten begründet, steckt meist handfestes Gewinninteresse dahinter. So landen in der BRD pro Jahr 9800 Tonnen Wildschweinprodukte auf deutschen Tellern (Statistisches Bundesamt) und die Jagdlobby nennt das „Genuss pur“ von hochwertigstem Fleisch (DJV).

Wem das Bild im Kurier noch nicht genügt, um den Appetit auf Wildschwein auf null zu senken, kann sich statt Wildschweinbraten noch ein paar Zahlen auf der Zunge zergehen lassen. Bereits in den 1990er Jahren, wiederholt in den Jahren 2007 und 2010, stieß das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf Wildfleischproben, die den zulässigen Grenzwert von 0,25 Milligramm Blei je Kilo Fleisch um ein Vielfaches überschritten. Blei wird als krebserregend eingestuft und schädigt Nervensystem und Nieren. Auch das bisschen Radioaktivität ist für den Jagdverband (O. Kreil, Kurier vom 1. Oktober) nicht so schlimm – 600 Becquerel Cäsium 137 Strahlenaktivität pro Kilogramm Wildfleisch in der EU sind ein zu hinterfragender Grenzwert. Es ist Zeit für die Rechte der Tiere und Endzeit für die Männer mit grünen Hüten und großen Kanonen.

Reinhard Wittke, Bayreuth
NBK Kulmbach vom Dienstag, 2. Dezember 2014, Seite 13
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