Thema: Jagd Stolze Weidmänner

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Thema: Jagd Stolze Weidmänner

Beitragvon Admin » Di 16. Jun 2015, 10:03

Zum Artikel in der Kurier-Beilage „Mein Verein“, vom 5. Juni.

Die Artikel in der Vereinszeitung des Kurier reichen, was den Inhalt angeht, von informativ bis skurril. Den Abschuss, im wahrsten Sinne des Wortes aber liefert das Titelbild der letzten Ausgabe 188. Unter dem Begriff „Hegeschau“ zeigen fünf Jäger, was im letzten Jahr an Schalenwild „der Wildbahn entnommen wurde“ – das heißt, wie viele Rehe sie totgeschossen haben. Die Herrschaften posieren hinter den Jagdtrophäen, als hätten sie das Sportabzeichen in Gold erworben. Zu allem Überfluss erklärt noch ihr oberster Anführer, dass mittels eines Strahlenmessgeräts das erlegte Wild laufend kontrolliert wird und man hätte auch schon mal eine Überschreitung der Radioaktivität festgestellt. Verschwiegen wird hierbei, dass der zulässige Grenzwert von 600 Becquerel in der EU von allen Wissenschaftlern als viel zu hoch eingestuft wird und selbst in der Ukraine und Weißrussland weitaus niedrigere Werte als gesundheitlich nicht mehr akzeptabel erachtet werden. Strahlenbelastetes Wildbret als Bioprodukt zu bezeichnen, ist allerdings der Gipfel der Unverfrorenheit. Nachdem der Naturschutzbeauftragte schon 2011 monierte, dass das Rebhuhnprojekt Kemnath durch mangelnde Kooperation der Jäger zu scheitern drohe, ist der einzig richtige Untertitel unter der genannten Abbildung: Wir schämen uns für unser Tun. Auf eine Besserung der „stolzen Waidmänner“ zu hoffen, halte ich allerdings für unrealistisch.

Reinhard Wittke, Bayreuth
Nordbayerischer Kurier vom Mittwoch, 10. Juni 2015, Seite 14
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