Zirkus: Tierquälerei als Kultur – das ist verdammt makaber

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Zirkus: Tierquälerei als Kultur – das ist verdammt makaber

Beitragvon Admin » Di 30. Jun 2015, 12:06

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„Die Löwen brüllen weiter“,

Kurier vom 26. Juni.

Die Alt-Herren-Riege im Stadtrat mit ihren längst überholten Ansichten hat sich gegen Tim Pargent und seine den aktuellen Kenntnissen der Wissenschaft entsprechenden Forderungen durchgesetzt. Sie sind entweder mit ihrer Anschauung in der Vergangenheit stehengeblieben oder sie werden von anderen Gründen (mir fielen da einige unschmeichelhafte ein) getrieben.

Mittlerweile gibt es ja umfassende Informationen darüber, dass die Haltung von Wildtieren unter diesen Umständen, die ein Zirkus nun mal bietet, Tierquälerei ist. So fest kann doch kein Mensch die Augen verschließen, dass er das nicht erkennen kann. Abgesehen davon, dass den Tieren jegliche Würde genommen wird, zeigen sie auch nicht zu leugnende gesundheitliche Schäden. Warum ignoriert Tierarzt Zartner das – und was sagt uns diese Ignoranz? Dass er Tim Pargent sogar persönlich anging und dessen Alter benutzte, um ihm die nötige Kompetenz abzusprechen, lässt tief blicken. Da kann ein alter Herr nicht loslassen und stellt alles, was nicht von ihm kommt, infrage. Die Bemerkung, die Wildtiere hätten sich im Laufe der Generationen an die Lebensqualen gewöhnt, ist reiner Hohn. Seit wann werden Grausamkeiten besser, wenn sie lange genug dauern? Mit dem Veterinäramt habe ich schon in anderer Sache den starken Eindruck gewonnen, dass diese Kontrollen nicht unbedingt mit den landläufigen Vorstellungen von Tierschutz konformgehen.

Und – verehrter Herr Verwaltungsdirektor der Stadt Bayreuth, haben Sie ernsthaft schon hinter die Kulissen eines Zirkus geschaut? Sich mit den realen Bedürfnissen der betreffenden Tiere befasst? Es bleibt nur die Hoffnung, dass sich bald mehr Politiker mit den Ansichten eines Tim Pargent (auch) in Bayreuth engagieren und sich damit auch durchsetzen können. Wenn Tierquälerei als „Kultur“ deklariert wird, ist das verdammt makaber. Umdenken und Dazulernen – das ist kultureller Fortschritt.

Karin Friedel, Altenplos
Nordbayerischer Kurier vom Dienstag, 30. Juni 2015
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