THEMA: JAGD Wilderei und Jägerlatein

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THEMA: JAGD Wilderei und Jägerlatein

Beitragvon Admin » Fr 16. Okt 2015, 11:23

Zum Artikel „Illegal auf der Jagd“, Kurier vom 6. Oktober.

Um etwas zu verstehen, was schwierig ist, bedarf es einer guten Aufklärung. Diese liefert K. H. Inzelsberger als Vorsitzender der Pegnitzer Jägervereinigung, wenn er das Handeln und die Motivation von Wilderern im Gegensatz zu echten Jägern erklärt. Die Wilderer „ballern ohne Rücksicht auf den Tierschutz auf wehrloses Wild“ und empfinden dabei auch noch „einen Kick“. Der Wilderer schießt auch nicht, „um Trophäen zu sammeln oder seine Tiefkühltruhe mit Wildfleisch zu füllen, sondern er tötet aus Spaß mit krimineller Energie“. Ganz anders handeln hier die echten Jagdgenossen der Jägervereinigung. Sie schießen nur auf wehrhaftes Wild, das großen Schaden anrichtet oder gar für den Menschen gefährlich wird. Überhaupt ist es ihnen ein Graus, eine Waffe anlegen zu müssen, denn sie wollen die Wildtiere ja hegen und pflegen und nicht umbringen. Deshalb ist es auch „furchtbar“, wie der Pressesprecher des Bayerischen Jagdverbands mitteilt, wenn ein von Wilderern angeschossenes Reh in Engelmannsreuth verblutet. Im Gegensatz dazu nämlich fallen die 300 000 Rehe, die in Bayern jedes Jahr von Jägern erschossen werden, auf der Stelle tot um – ohne zu leiden (nach entsprechenden Veröffentlichungen sterben bis zu 70 Prozent der Wildtiere durch den Schuss des Jägers nicht sofort, sondern erst nach Stunden, wenn sie überhaupt gefunden werden). Anhand des illegal getöteten Rehs wird klar, wie groß der Schaden ist, den Wilderer anrichten (kein gemeldeter Fall beim Polizeipräsidium). Total anders und auch nicht vergleichbar ist das Abschießen von fünf Millionen Wildtieren und 350 000 Hunden und Katzen durch Jäger, ganz legal, weil dies dem Artenschutz dient, Wildunfälle vermeidet und der Ausbreitung von Krankheiten vorbeugt. Das Töten von Tieren als unterhaltsame Freizeitbeschäftigung und das Sammeln von Trophäen spielen dabei keine Rolle, sondern nur die Liebe zur Natur und das Eintreten für den Tierschutz. Damit endet die Märchenstunde der Jägervereinigung.

Reinhard Wittke, Bayreuth,

Verein Menschen fĂĽr Tierrechte
Nordbayerischer Kurier vom Donnerstag, 15. Oktober 2015,
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