Tiere: Von Anfang an Zweiklassengesellschaft

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Tiere: Von Anfang an Zweiklassengesellschaft

Beitragvon Admin » Fr 23. Sep 2016, 16:21

Thema: Angeln
Zum Kommentar von Uwe Renners „Fünf Millionen Tierquäler“,

Kurier vom 17. September.

Nur in einem Punkt kann ich Herrn Renners Recht geben. Ja, die Tierrechtsorganisation Peta versucht Aufmerksamkeit zu erregen. Aufmerksamkeit für das ungeheure Leiden der Tiere in Deutschland und überall auf der Welt, Aufmerksamkeit für das millionenfache Unrecht in unseren Ställen, auf den Tiertransporten, in den Schlachthöfen, in den Versuchslaboren und so weiter, das nur allzu gern verdrängt, verharmlost und ignoriert wird. Und Aufmerksamkeit dafür, wie Menschen von Kindheit an manipuliert werden, Tiere in zwei Klassen einzuteilen – die Haustiere, die man wie Familienmitglieder liebt und streichelt, und die sogenannten Nutztiere, denen man Gefühle und Individualität abspricht. Viele Peta-Aktionen mögen extrem erscheinen, aber ist es nicht viel extremer, Kindern beizubringen, dass das sinnlose Quälen und Töten von Tieren (und nichts anderes ist die Angelei) ein fröhliches naturnahes Hobby ist? Kinder lieben Tiere und möchten nicht, dass ihnen ein Leid geschieht. Die Wissenschaft hat auch schon längst bewiesen, dass Fische genau wie Säugetiere Gefühle haben und Schmerz empfinden. Ernährungsphysiologisch ist das Essen geangelter Fische völlig unwichtig, und da Kindern die so getöteten Fische meist gar nicht schmecken und sie sie wegen der vielen Gräten gar nicht essen können, ist ihr Tod doppelt sinnlos. Beim Schnupperangeln geht es doch vor allem darum, den Kindern systematisch ihr Mitgefühl abzutrainieren, und sie zu angepassten Mitgliedern einer Fleisch essenden Gesellschaft zu machen, die keine unbequemen Fragen stellen. Die wachsende Zahl von Vegetariern und Veganern zeigt aber, dass die Gesellschaft im Wandel ist, und es Zeit wird, alte Gewohnheiten zu hinterfragen und abzuschaffen, dazu gehören Angeln, Jagd, Zoos, Zirkusse mit Wildtieren, Stierkämpfe, Taubensport und natürlich auch das Essen tierischer Produkte. Diese Entwicklung ist auch den spektakulären Peta-Aktionen zu verdanken. Als das Foto der Kinder beim Abfischen vor einigen Jahren zum ersten mal in der Zeitung abgebildet war, war ich sehr entsetzt. Die Anzeige von Peta wegen des Schnupperangelns hat mich daher sehr gefreut.

Claudia Langmeyer, Bayreuth
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