Angeln: Fröhliches Winken

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Angeln: Fröhliches Winken

Beitragvon Admin » Fr 23. Sep 2016, 16:30

Thema: Angeln

Zum Leserbrief „Selbst disqualifiziert“ von Leopold Mayer, Kurier vom 19. September.

Wichtige Dinge bleiben nun mal über Jahrtausende wichtig. Dazu gehört zweifellos die Nahrungsbeschaffung. Bereits im Zeitalter der Jäger und Sammler zeigte der Vater dem Sprössling, wie man mit Pfeil und Bogen ein Wildtier erlegt oder mit einem Angelhaken einen Fisch fängt. Die Nachfolger dieser Steinzeitmenschen geben heute diese Erfahrung an den Nachwuchs weiter, denn es ist ja ein Kinderspiel, den Fisch im flachen Gewässer einzufangen und zu töten. Deshalb gilt es auch zu überlegen, ob als nächsten Schritt Kinder nicht mit auf den Hochsitz genommen werden sollten. Was für ein größeres Erfolgserlebnis gibt es für eine Kinderseele, als mit Stolz andere Kreaturen zu massakrieren? Dazu kommt noch der gesundheitliche Aspekt. Stundenlang im Wasser zu stehen und die um ihr Leben zappelnden Fische einzufangen, regt den Kreislauf an und führt zu Fitness und Kondition. Daher kommt auch der Begriff „Sportangeln“. Den Fischen kann’s egal sein, weil sie über keinen Neocortex, also keine Großhirnrinde verfügen und damit weder Schmerz noch Leid kennen. Fische krümmen sich nicht am Angelhaken, weil sie Schmerzen empfinden, sondern weil sie dem Angler fröhlich zuwinken. Daher kommt der Begriff Angler-Latein. Wie bei den Vögeln, die auch keinen Neocortex besitzen, wird auch bei den Fischen die Leistung der Großhirnrinde durch andere Hirnareale übernommen. Dies ist Stand der Schmerzforschung. Wer das heute noch in Abrede stellt, hat selbst ein Problem mit seinem Neocortex.

Dr. Reinhard Wittke, Bayreuth
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