Kein Auftrittsverbot für Wildtiere in Zirkussen in Bayreuth.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Haupt- und Finanzauschuss des Stadtrates wurde der Antrag des Grünen Stadtrates Tim Pargent für ein Auftrittsverbot für Wildtiere auf städtischen Boden noch mit 17 zu 14 Stimmen befürwortet.

In der darauffolgenden Stadtratssitzung am Mittwoch, 24.06.2015 wurde der Antrag mit 17 zu 25 Stimmen abgelehnt.

Vor allem der zuständige Verwaltungdirektor der Stadt Bayreuth appellierte an die  Stadträte den Antrag abzulehen.

Kontrollen des zuständigen Veterinäramtes seien ausreichend, bei Verstößen gegen die Zirkusleitlinien würden entsprechende Maßnahmen sofort umgesetzt. Große Zirkusse könnten sich Verstöße nicht leisten, da sie im Fokus der Öffentlichkeit stehen, zudem sind Tiere ihr größtes Kapital, dass es zu erhalten gilt.  Einem kommunalem Wildtierverbot fehle es an einer entsprechenden Rechtsgrundlage, es würden auch Einnahmeverluste für die BMTG entstehen.

Der Zirkus bedeute für die Menschen ein Stück Kultur, der breiten Masse und besonders Kindern würden exotische Tiere nähergebracht. Außerdem haben sich schon Zirkusfreunde bei der Verwaltung gemeldet, die gerne Wildtiere im Zirkus sehen würden und entsprechende Veranstaltungen in Bayreuth besuchen möchten.  .... und - "ein Zirkus ohne Tiere ist nur ein halber Zirkus", so Herr Tyll in seinen Ausführungen.

Um es kurz machen, er hat sich offensichtlich nicht mit der Materie befasst.

Sehr enttäuschend waren die Gegenstimmen der Stadträte Dr. Gruber (DU - Die Unabhängigen) Mitgegründer des MedCenters Bayreuth und erster Vorsitzender der SpVgg Bayreuth und Tierarzt Dr. Zartner (DU - Die Unabhängigen).

Dr. Gruber, der sich einmal um den Posten des ersten Vorsitzenden des Bayreuther Tierschutzvereins beworben hatte und zuvor als Schatzmeister dort tätg war, vertritt die Meinung, wenn alle Bayreuther gegen Zirkusse mit Wildtieren sind, dann geht sowieso keiner hinein, also braucht man auch nichts ändern, außerdem wüßte er nicht, wie er das seinen Kindern erklären könnte. Gut das er beim Tierschutzverein abgeblitzt ist.

Tierarzt Dr. Zartner, trat als größter Kritiker des Wildtierverbotes auf und das in einer teilweise beleidigenden Weise dem Antragsteller gegenüber, der eines Tierarztes unwürdig war. Den Antrag bezeichnete er als "BLÖD", Dressur als Kulturgut. Eine totale Verharmlosung der Problematik.  Ein Auftritt, der eher in eine billige Sitcom gepasst hätte. 

Von Dr. Schweingel musste sich der Antragsteller gar als "spätpubertär" bezeichnen lassen.

Hätte sie sich nur bei der Bundestierärztekammer beraten lassen, hätte sie sicherlich etwas über Dressur, Transport und Haltung von Zirkustieren erfahren und warum diese sich gegen Wildtiere im Zirkus einsetzen. Jetzt haben sie der Bayreuther Tierschutzszene einen Schlag ins Gesicht verpasst, als maßgeblich Verantwortliche für die Ablehnung dieses Antrags.

Vielen Dank an Tim Pargent, von den Grünen und den anderen Stadträten der anderen Parteien, die für diesen Antrag gestimmt hatten und im Sinne der Tiere handeln wollten, aber gegen die Ignoranz und festgefahrenen Meinungen der anderen Stadträte nicht ankamen.